Unser Klettergebiet
Hier im sächsischen Sandstein ist die Freikletterei, also die Verwendung künstlicher Hilfsmittel beim Bergsteigen ausschließlich zur Absicherung und nicht zur Fortbewegung, so alt wie sonst nirgendwo. Seit der Besteigung des Falkensteines durch Schandauer Turner im Jahre 1864, die als die Geburtsstunde des Freikletterns gilt, hat sich ein ganz eigener Kletterstil entwickelt.
Ab 1890 begann die Erschließung in klettersportlicher Hinsicht, bereits 1920 waren die bedeutendsten Klettergipfel erstiegen. Schon 1918 wurde mit der Westkante am Wilden Kopf eine Kletterroute im Schwierigkeitsbereich VIIIa (VII- UIAA-Skala) erstbegangen, es folgten viele lohnende, neue Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden.
Heute stehen an etwa 1100 Klettergipfeln über 18.000 Routen (Kletterwege und Varianten) aller Schwierigkeitsgrade an zumeist gut strukturiertem Sandstein von unterschiedlicher Härte zur Verfügung. Wände, Risse, Verschneidungen, Kamine, Reibungen und Überhänge sorgen für abwechslungsreiche Kletterei, wobei die Wandhöhen zwischen 10 und 90 Metern liegen.
Es ist zwar einiges anders als in den Klettergebieten im Rest der Welt. Aber über allem liegt der Reiz des Besonderen, der eines der größten Klettergebiete Europas ebenso einzigartig macht wie die Landschaft, in der sich der Klettersport abspielt. Es gelten auch heute noch besondere Kletterregeln, die der langen Tradition und der daraus entstandenen Kletterethik, den geologischen Besonderheiten sowie den nationalparkrechtlichen und naturschutzfachlichen Belangen Rechnung tragen.
Wichtigste Besonderheiten
- Im Gegensatz zu den mit Bohrhaken abgesicherten Sportklettergebieten erfolgt die Absicherung, vor allem in Routen im unteren Schwierigkeitsbereich, weitgehend mittels selbst zu legenden Seilschlingen (Reepschnüre und Bandschlingen) sowie in schwierigeren Routen zusätzlich mit wenigen gebohrten Ringhaken.
- Das Felsklettern ist nur an den ausgewiesenen Kletterzielen, also fast ausschließlich an den Sandsteingipfeln, erlaubt.
- Da der Sandstein sehr weich ist, sind metallische Sicherungsmittel wie Klemmkeile, Friends u.ä. verboten. Da das Gestein bei Nässe erheblich an Festigkeit verliert, ist das Klettern am nassen Fels untersagt. Felsbeschädigungen durch Seilreibung sollten vermieden werden.
- Die Benutzung von Magnesia und anderen chemischen Substanzen ist beim Felsklettern nicht erlaubt.
- Auf fast allen Klettergipfeln der Sächsischen Schweiz befindet sich ein Gipfelbuch, in das sich nach erfolgreicher Besteigung eingetragen werden kann.
- Im Elbsandstein hat sich eine eigene Schwierigkeitsskala, die sogenannte Sächsische Skala, entwickelt.
|